Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften
 Universitätsmedizin Leipzig

Ethikoffensive

Regelungen zum Rücktritt von Leistungsnachweisen für Studierende der Humanmedizin

Das Karl-Sudhoff-Institut begrüßt und unterstützt ausdrücklich die Bemühungen der Universität Leipzig und der Medizinischen Fakultät um eine Sensibilisierung für wissenschaftliches Fehlverhalten und die Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.

Als eigenen Beitrag startete das Sudhoff-Institut daher zum Wintersemester 2015/16 eine Ethikoffensive vor dem Hintergrund des seit vielen Jahren an der Medizinischen Fakultät registrierten Missbrauchs von ärztlichen Attesten als Entschuldigungsgrund für Klausurtermine. Diese in vielerlei Hinsicht (medizin)ethisch nicht mehr vertretbare Situation wollen wir mit unseren Möglichkeiten verändern, indem wir die innerhalb der Vorgaben der Studienordnung (§ 26.2) vorgesehenen Optionen neu interpretieren.

Wir wenden also in unseren Lehrveranstaltungen für Studierende der Humanmedizin seit dem Wintersemester 2015/16 folgende Regelungen zum Rücktritt von Leistungsnachweisen an:

  • Atteste über länger dauernde bzw. chronische Krankheiten und Mutterschutz sowie Nachweise über Elternzeit werden weiterhin anerkannt. Sie führen jedoch in aller Regel bereits zum Abbruch der Lehrveranstaltung und sind deshalb nur selten klausurrelevant.
  • Grundsätzlich nicht anerkannt werden rückwirkend ausgestellte Atteste.
  • Ansonsten wird die Möglichkeit eingeräumt, sich unter Angabe eines Grundes vom Klausurtermin abzumelden. Als Abmeldung reicht eine E-Mail an das Sekretariat des Sudhoff-Instituts spätestens am Tag vor der Klausur. In die Klausurliste wird dann „R" für „Rücktritt" eingetragen.

Wir machen jedoch darauf aufmerksam, dass diese Vorgehensweise von unserer Seite keine Empfehlung darstellt:

  • Die Nachklausuren fallen regelhaft deutlich schlechter aus als die Erstklausur und werden ebenso regelhaft subjektiv als schwerer empfunden. Auch zeigt die jahrelange Erfahrung, dass die verfügbare bzw. tatsächlich aufgewandte Vorbereitungszeit für den Nachtermin unrealistisch eingeschätzt wird.
  • Weiterhin weisen wir darauf hin, dass bei Nicht-Bestehen der späteren Klausur die nächste Wiederholungsmöglichkeit erst wieder im folgenden Wintersemester gegeben ist. Dies ist von ausländischen Stipendiaten (z.B. Erasmus-Programm) sowie vor der Anmeldung zu Prüfungen, bei der Planung von Studienortswechsel, Auslandsaufenthalten usw. zu bedenken.
  • Wir garantieren nicht, dass der Stoff im Folgejahr identisch mit dem des laufenden Semesters ist.
  • In Rechnung zu stellen ist ferner, dass auch im folgenden Wintersemester wieder Klausuren - nur eben in anderen Fächern - gehäuft zu absolvieren sind. Die Anforderungen im dritten und siebten Semester sind höher als im ersten und fünften.
  • Der Leistungsnachweis ist innerhalb von drei Fachsemestern abzuschließen.

 
Letzte Änderung: 18.09.2017, 07:31 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften